Praxis-Tipps

Tipps und Kniffe rund um Harz-Wanderkarten und Navigation

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Übersicht

In unserer Rubrik Praxis-Tipps haben wir Wissenswertes rund um unsere Harz-Wanderkarten für Sie zusammengefasst.
Damit Sie Ihre Karte optimal nutzen können.


Die Themen:

Die unterschiedlichen Maßstäbe
Handhabung und Pflege von Wanderkarten
Positionsbestimmung auf der Karte
Das Kartometer nutzen
Entfernungen einschätzen
Aktualisieren der Stempelstellen

Der richtige Maßstab

Harz-Wanderkarten sind in unterschiedlichen Maßstäben erhältlich. Welcher Maßstab der geeignete ist, das richtet sich meist nach dem Verwendungszweck der Harz-Wanderkarte. Wanderer bevorzugen einen anderen Maßstab, als Trekking-Radfahrer, Mountainbiker oder Motorrad- und Autofahrer.


Ob ein Maßstab als groß oder klein definiert wird, richtet sich nach dem Inhaltsreichtum der Karte und nicht nach der größe der Ziffer. Vereinfacht lässt sich festhalten: Je größer der Maßstab, desto detailreicher ist die Karte. Größere Maßstäbe werden häufig als Wander- und Fahrradkarten genutzt. Kleinere Maßstäbe finden hingegen oftmals als Straßenkarte Verwendung.


Bei Wanderern sind traditionell Maßstäbe zwischen 1 : 25 000 und 1 : 35 000 sehr beliebt. Wir haben uns hier für die Goldene Mitte entschieden, da man auf 1 : 30 000 bereits sehr detailreich den gesamten Harz auf nur vier Karten darstellen kann.

1 : 30 000

  • sehr detailreich und genau
  • mit vielen kleinen Wegen
  • geeignet für Menschen, die den Harz auch abseits der großen Forststraßen erkunden möchten

1 : 50 000

  • viele Details zum Wandern
  • Gute Übersicht über ein großes Gebiet
  • geeignet für Menschen, die viele Ecken des Harzes mit einer Karte entdecken möchten

1 : 100 000

  • Große Wege und Straßen in übersichtlicher Darstellung
  • Übersichtliche Informationen für ein großes Gebiet
  • geeignet für Menschen, die den Harz mit dem Auto oder dem Motorrad bereisen möchten

Handhabung und Pflege von Wanderkarten

Messtischblätter, die als Planobogen in dunklen Schubfächern geduldig darauf warten, gelegentlich vorsichtig auf einen Schreibtisch im warmen und trockenen Büro gelegt zu werden, können per se erstmal von einem angenehmen und langen Leben ausgehen.
Landkarten, die gefalzt von ihren aktiven Besitzern an der frischen Luft bei Wind und Wetter benutzt werden, müssen grundsätzlich härter sein im Nehmen. Diesem Umstand tragen wir bei der Wahl des verwendeten Materials unserer Wander- und Fahrradkarten Rechnung.

Landkartenpapier-Ausgaben

Unsere Standard-Ausgaben werden auf hochwertigem Spezial-Landkartenpapier gedruckt, das in Aufbau, Laufrichtung und Länge der Fasern am wenigsten auf häufige mechanische Beanspruchung reagiert. Jedoch lassen sich natürlich physikalische Gesetze nicht einfach außer Kraft setzen. Bitte beachten Sie deshalb beim Umgang mit Wander- und Fahrradkarten aus Landkartenpapier Folgendes:

  • Öffnen und schließen Sie die Karte mit Vorsicht und Bedacht und folgen Sie stets den maschinell angelegten Falzrichtungen. „Kreatives“ Zusammenlegen gegen den Falz oder auf ein anderes Format quittiert Papier sehr bald mit Brüchen und Rissen.
  • Wenn die vielleicht unübersichtliche und sparsam beschilderte Gegend ein häufiges Orientieren auf der Karte erfordert, legen Sie sie vorsichtig ohne scharf zu falzen in das gewünschte Format und schützen Sie die Karte mit einer speziellen wasserfest verschließbaren Folienhülle, wie sie verschiedene Outdoor-Händler anbieten.
  • Bei Nebel, Schnee und Regen öffnen Sie die Karte möglichst nur an trockenen, windstillen Orten. Hier reicht eine Schutzhütte oder eine Felsgrotte. Wichtig ist, dass Wasser und Sturm nicht direkt das Kartenpapier erreichen.
  • Nach einer Wanderung bei feuchter Witterung wieder zu Hause angekommen, legen Sie die strapazierte Karte offen in einem eher kühlen Raum zum langsamen Trocknen aus. Hängen Sie sie nicht zum „Schocktrocknen“ über die heiße Heizung.

Wetterfeste Ausgaben

Unsere wasser- und reißfesten Ausgaben werden auf beidseitig beschichteter Polyethylen-Folie gedruckt und anschließend noch mit einem Schutzlack versehen. Dieses seit Jahren im Outdoor-Bereich bewährte Premium-Material darf in Wasser getaucht und direkt in Sturm und Hagel benutzt werden. Man kann problemlos gegen den ursprünglichen Falz arbeiten, neue vorübergehende Formate anlegen – ja das Kartenblatt auch als Regenschirm zweckentfremden!
Natürlich wird man nach einiger Zeit der Karte auch ansehen, dass und wie sie benutzt wurde. Wenn Sie richtig lange Freude an Ihrer wetterfesten Karte haben möchten, beachten Sie bitte Folgendes:

  • Während Wasser und jegliche wasserbasierte Feuchtigkeit den Karten nichts anhaben kann, wirken sich Lösemittel, Lösemitteldämpfe, diverse Sprays etc. bereits in geringen Mengen sehr schnell fatal aus. Achten Sie bitte deshalb darauf, die Karten nicht in eine enge Außentasche des Rucksacks zu stecken, der gerade frisch imprägniert wurde. Wenn Sie das Set „Der Harz in 4 Teilen“ besitzen, belassen Sie die für Ihre Tour gewählte Karte in der Kunststoffhülle des Sets. Damit schützen Sie das Material vor chemischen Einflüssen zusätzlich.
  • Die Karte darf während der Wanderung problemlos immer wieder klatschnass zusammengelegt und auseinandergefaltet werden. Ins Quartier zurückgekehrt, lassen Sie die komplett geöffnete Karte bitte langsam trocknen und legen Sie sie immer nur getrocknet wieder zusammen.
  • Sollte die Zeit bis zum nächsten Einsatz zu knapp sein, können Sie die feuchte Karte auch vorsichtig mit einem weichen, saugfähigen Tuch (keine Microfaser!) trocken wischen. Nach wenigen Minuten wird sie endgetrocknet sein und kann zusammengelegt werden.
  • Lassen Sie die nasse Karte keinesfalls zusammengelegt trocknen! Dann durchdringt im Trocknungsprozess die Druckfarbe den Schutzlack und die Karte klebt zusammen. In diesem Zustand gewaltsam geöffnet, wird das Kartenbild großflächig zerstört!
  • Sollten Sie dennoch einmal vergessen haben, die nasse Karte aus dem Rucksack zu nehmen – keine Panik! Im lauwarmen Wasserbad löst sich in der Regel alles wieder. Sie können dann meist nach etwa fünf bis zehn Minuten die Karte vorsichtig auseinanderfalten, trocknen lassen und anschließend wieder wie gewohnt benutzen.
  • Vermeiden Sie beim Falzen gegen die ursprüngliche Richtung unnötige Gewalt, ziehen also nicht unterstützend den Fingernagel oder scharfkantige Werkzeuge hinzu. Wenn Sie die Karte mechanisch mehr als nötig beanspruchen, wird sie zwar nicht reißen, doch an den Falzen können nach einiger Zeit Abriebspuren sichtbar werden.

Standort auf der Karte bestimmen

Schritt 1: GPS-Gerät richtig einstellen

Um den Standort richtig bestimmen zu können, müssen Sie Ihr GPS-Gerät mit dem auf der Harz-Wanderkarte gedruckten Gitternetz synchronisieren. Begeben Sie sich dazu in die Einstellungen Ihres GPS-Gerätes und überprüfen Sie folgende Informationen:

  • Projektion: UTM

  • Bezugspunkt: ETRS 89 (WGS 84)

Auf einem GPS-Gerät ist das Menü Einstellungen zu sehen

WICHTIG Nur wenn diese Angaben richtig in Ihrem Gerät eingestellt sind, finden Sie Ihren Standpunkt auf der Karte.


TIPP Ihre aktuelle Position als UTM-Koordinaten finden Sie mittlerweile auch auf vielen Harzklub-Schildern.


TIPP Wenn Sie ihr Smart-Phone zur Standortbestimmung nutzen wollen, so suchen Sie in Ihrem App-Store nach "UTM" und laden sich eine App mit UTM-Unterstützung herunter (ggf. kostenpflichtig).

Schritt 2: Position auf der Karte finden

Rufen Sie dazu den aktuellen Standort mit Ihrem GPS-Gerät ab und lesen Sie die UTM-Koordinaten ab. WICHTIG Für die Bestimmung Ihrer Position auf der Harz-Wanderkarte muss ihr GPS-Gerät die korrekte UTM Zone 32 erkennen.

Eine Hand hält ein GPS Gerät auf dem UTM Koordinaten zu lesen sind

Schauen Sie nun an den oberen oder unteren Rand der Karte und gleichen Sie die Koordinaten ab. Die "0" ist eine Füllziffer und wird ignoriert. Die Ziffer "6" steht einmal zur Orientierung klein am Kartenrand (siehe 6 20 E). Suchen Sie nun die beiden folgenden Ziffern "2" und "2" und Sie erhalten die westliche Linie des Quadrats "22".

Am oberen Rand der Harz-Wanderkarte befindet sich die Beschriftung des UTM-Gitters

Gehen Sie genauso an der rechten oder linken Kante der Karte vor, um die Nord-Koordinate zu bestimmen. In diesem Fall finden Sie die 57 40 N und gehen dann zur 43. Nun haben Sie das Quadrat gefunden, in dem Sie sich befinden.

Am seitlichen Rand der Harz-Wanderkarte befindet sich die Beschriftung des UTM-Gitters

TIPP Jede Seite eines Quadrats entspricht 1 000 Metern in der Natur. Möchten Sie ihren Standort noch genauer lokalisieren, so können Sie mit Hilfe eines Kartometers das UTM-Gitter noch einmal in 10er Schritte aufteilen.
Wie das funtioniert, erklären wir in unserer Anleitung "Standort eingrenzen mit Kartometer".

Standort eingrenzen mit Kartometer

Das Kartometer hilft Ihnen, Ihren Standort auf der Karte noch exakter zu bestimmen. Es unterteilt die Quadrate des auf der Karte gedruckten Gitternetzes noch einmal in Zehnerschritte. So können Sie Ihren Standort auf 100 Meter genau bestimmen.

Schritt 1: Kartometer herunterladen

Gehen Sie auf Schmidt-Buch-Verlag.de und laden Sie kostenlos unsere Kartometervorlage herunter. Das Kartometer im PDF-Format finden Sie in unserem Downloadbereich in zwei Varianten:
für den Maßstab 1 : 30 000 und für den Maßstab 1 : 50 000.

Schritt 2: Kartometer drucken

Nachdem Sie das Kartometer heruntergeladen haben, drucken Sie es auf eine Folie aus, die mit einer Beschichtung für Tintenstrahldrucker versehen ist.

TIPP Diese Folie erhalten Sie in jedem gut sortierten Bürobedarf-Geschäft.


WICHTIG Drucken Sie das Kartometer mit einer Skalierung von 100% auf die Folie. Die Skalierung können Sie in den Druckoptionen ihres PDF-Programms (z.B. Adobe Reader) auswählen.

Schritt 3: Kartometer anlegen

Legen Sie nun das Kartometer auf das von Ihnen zuvor bestimmte Quadrat, in dem sie sich befinden.

TIPP Mit unserer Anleitung finden Sie Ihren Standort auf der Karte.

WICHTIG Achten Sie darauf, dass Sie das richtige Kartometer für den Maßstab Ihrer Harz-Wanderkarte verwenden. Die Maßstabsangabe finden Sie unterhalb des Kartometers.

Eine Hand hält ein auf eine Folie gedrucktes Kartometer über eine Harz-Wanderkarte

Runden Sie nun die verbliebenen Ziffern der einzelnen UTM-Koordinaten und zählen Sie die Rechtecke auf dem Kartometer entsprechend aus.

Mit einem Finger werden die Kästchen des Kartometers ausgezählt

Herzlichen Glückwunsch! Nun haben Sie Ihre exakte Position auf der Wanderkarte bestimmt.

Entfernungen richtig einschätzen

Mit Hilfe des UTM Gitters auf der Wanderkarte können Sie Entfernungen ganz einfach grob überschlagen – ganz ohne Zirkel und anderer Hilfsmittel.
Die Seite eines Gitterquadrats entspricht 1 Kilometer im Gelände.

Stempelstellen der Harzer Wandernadel aktualisieren

Da sich hin und wieder die Standorte einzelner Stempelstellen verändern, erklären wir Ihnen hier, wie Sie mit Hilfe des UTM-Gitters auf Ihrer Karte die aktuellen Stempelstellen eintragen können.

Schritt 1: UTM Koordinaten feststellen

Alle aktuellen Stempelstellen finden Sie auf der unserer Seite zur Harzer Wandernadel. Wenn Sie eine Wanderkarte aus dem Schmidt-Buch-Verlag besitzen, können Sie bequem auf unserer Seite zu den Stempelstellen schauen, welche Stempelstellen aktuell im Gebiet Ihrer Karte geändert wurden.



Koordinaten mit Hilfe der Karte ermitteln

Nutzen Sie unsere interaktive Karte, um die Stempeländerungen zu recherchieren. Über das Ebenen-Panel können Sie ganz einfach den Blattschnitt Ihrer Harz-Wanderkarte anzeigen lassen.

Eine interaktive Karte zeigt die geänderten Stempelstellen der Harzer Wandernadel

Dann klicken Sie auf die grün markierten neuen Stempelstellen und bekommen die alten und neuen UTM-Koordinaten der Stempelstelle angezeigt. Ihr Vorteil: Sie sehen auch gleich, in welcher Region sich die Änderung befindet.

Eine interaktive Karte zeigt die Koordinaten der geänderten Stempelstellen der Harzer Wandernadel

Koordinaten mit Hilfe der Filter ermitteln

Sie können auch über unsere Filter Ihre Harz-Wanderkarte aus dem Schmidt-Buch-Verlag auswählen und bekommen dann alle Stempeländerungen angezeigt.

Screenshot von harz-wanderkarten.de, der die Möglichkeit zeigt, Änderungen der Stempelstellen der Harzer Wandernadel ganz leicht nach Kartenausschnitt zu filtern.

Koordinaten notieren

Notieren Sie die alte und neue Position der geänderten Stempelstelle.

In diesem Beispiel lauten sie:

83 | Austbergturm

ALTER Standort:
32 U 630514 5743378

NEUER Standort:
32 U 628097 57446228



WICHTIG Sollte sich eine der beiden angegebenen UTM Koordinaten auf Ihrer Karte einmal nicht auffinden lassen, so kann es sein, dass die alte Stempelstellen-Nummer sich noch nicht oder die neue Stempelstellen-Nummer sich nicht mehr auf dem Blattschnitt Ihrer Karte befindet.

Schritt 2: Streichen Sie die alte Position

Suchen Sie die alte Position der Stempelstelle mit Hilfe des UTM-Gitters Ihrer Harz-Wanderkarte und streichen Sie diese.


In diesem Beispiel suchen wir in der Mittleren-Harz-Karte die Stempelstelle 83, die nun "Austbergturm" heißt.

Die alten Koordinaten lauten 32 U 630514 5743378

Ein Finger zeigt auf den Rand einer Wanderkarte.

Um die vertikale Koordinate 630514 zu ermitteln, schauen wir am oberen Rand der Wanderkarte. Wer ganz genau sein will, benutzt das Kartometer.

Ein Finger zeigt auf den Rand einer Wanderkarte.

Dann wird die horizontale Koordinate 5743378 am rechten Kartenrand bestimmt.

Mit einem Stift wird eine Stempelstelle auf einer Wanderkarte durchgestrichen.

Wir streichen die eingezeichnete Stempelstelle im ermittelten Quadrat des UTM-Gitters.


TIPP Wie Sie ganz leicht einen beliebigen GPS-Punkt auf Ihrer Harz-Wanderkarte ermitteln und das Kartometer verwenden, erklären wir in unserer Anleitung zur Standort-Bestimmung.

Schritt 3: Zeichnen Sie die neue Position ein

Nun suchen Sie auf die gleiche Weise wie im vorangegangenen Schritt die neue Position der Stempelstelle und zeichnen diese ein.

Die neuen Koordinaten lauten: 32 U 628097 57446228


Mit einem Stift wird eine Stempelstelle auf einer Wanderkarte durchgestrichen.

Schon geschafft! Nun haben Sie die Stempelstelle 83 Ihrer Wanderkarte erfolgreich aktualisiert.